Montag, 17. April 2017

Punta Negra (Mallorca), 17. April 2017



Punta Negra ist eine kleine durch eine Felsnase geschützter Ankerbucht 10 km westlich von Palma. Der Schutz gegen den Schwell ist nur begrenzt aber die Wellen, die hier hereinlaufen, sind nicht hoch und vor allem durch vorbeifahrende Motorboote verursacht. Die sind aber zahlreich unterwegs. Es ist eben noch Ostern und Einheimische und Charterer nutzen das schöne und ruhige Wetter. 


Die letzte Nacht waren wir nicht an Bord und ich musste einige Male an unser Schiff denken, dass alleine bei aufbrisenden Wind am Anker schwoite.
Wir saßen derweil auf der Finca von Farida und Hubert, wo es mal wieder ein festliches Gelage unter einem Sonnensegel und 14 Gäste gab. Es war vorzüglich.

Einige Tage werden wir noch hierbleiben und einiges von unserer Dauerliste erledigen. Z.B. wollen wir mit einem neuen Gasanschluss für Campingaz zu einer Doppelstrategie in Sachen Gasversorgung gelangen. Auch die Gangway muss noch fertig werden (eine Planke zum Landgang über das Heck).

Von Cartagena aus sind wir in fast genau 24 Stunden nach Ibiza mit wechselndem Erfolg gesegelt und ansonsten motort. 


Sehr unausgeschlafen haben wir den Anker vor dem Hafen von Formentera fallen lassen, nur um ihn kurze Zeit später wieder zu lichten. Die Wellen von See und den vorbeifahrenden Fähren haben uns zu arg durchgeschaukelt.
Zehn Meilen weiter, in der Cala Talamanca direkt neben der Bucht von Ibiza-Stadt war es dann wesentlich besser.


Nach einer kurzen Mittagspause sind wir in die Altstadt am Fuße der Burg umhergewandert, haben das mehr oder weniger bunte Treiben und die erstaunliche Boutikendichte bewundert.


Am folgenden Tag haben wir dann die 60 Meilen bis Mallorca bewältigt, wieder hauptsächlich unter Motor.
Das Wetter soll in der laufenden Woche nicht sehr schön werden. Wind aus Nordost und deutlich kühlere Temperaturen sind prognostiziert.  Wir werden hier ausharren und auf bessere Bedingungen für die weitere Erkundung dieser schönen Insel warten. 



Überall ist es jetzt sehr grün und die Wiesen sind voller Blumen. Noch ist es sehr angenehm und sonnig und auf den Nebenstrecken tummeln sich die Radfahrer.



Sonntag, 9. April 2017

Cartagena, 9. April 2017



Seit einer Woche liegen wir im Hafen von Cartagena. Es gefällt uns hier sehr gut. Die Altstadt, nur 200 Meter weit entfernt, bietet einiges. Schön gepflasterte autofreie Straßen, schöne Plätze, Antike Sehenswürdigkeiten, prachtvolle Gebäude.


Auf den umliegenden Hügeln, ungefähr sieben Festungen aus verschiedenen Epochen. Am besten gefällt uns aber wieder das spanische Leben auf den Straßen und Plätzen.


Hier im Hafen gibt eine sehr aktive Seglergemeinschaft, weitgehend englisch geprägt, die alle extrem hilfsbereit und freundlich sind. 



Es wird viel organisiert, z.B. Wanderungen, Besichtigungen, Tapasabende, Vorträge und jeden Sonntag das unvermeidliche Barbecue, direkt neben unserem Liegeplatz. 


Mit unserem vergleichsweise kleinen und alten Schiff sind wir schon fast bestaunte Exoten.
Sally und John, Mitglieder der Westerly Owners Association, haben es tatsächlich geschafft, binnen einer Stunde (es ist Sonntag) eine Kopie der originalen Verkaufspapiere von unserem Schiff zu beschaffen. Wir sind baff. Endlich haben wir einen Beleg, dass unsere Santos tatsächlich 1978 nach Hamburg verkauft wurde.



Eine weitere Attraktion dieser Tage ist das laufende, hier mit besonderer Inbrunst gefeiertes Osterfest. Seit Freitag ist Semana Santa. Täglich finden mehrere Prozessionen statt. Sie ziehen unter gewaltigem Trommeln und getragener Blasmusik durch die Gassen der Altstadt. 



Besonders die heiligen Statuen sind beeindruckend. Sie werden durch ca. 100 Träger im Wiegeschritt getragen, wobei die Träger so dicht zusammenstehen, dass sie ihre Schritte exakt abstimmen müssen.


Seit Tagen haben wir Wind aus Nordost, der unsere Weiterfahrt verhindert. Dienstag soll sich die Lage ändern. Wir wollen die Gelegenheit nutzen und nach Ibiza durchstarten.








Montag, 3. April 2017

Cartagena, 3. April 2017



Letzten Mittwoch haben wir Almerimar verlassen. Ziel war das nur etwa 15 Meilen entfernte Aguadulce. Es sollte so etwas wie eine Probefahrt nach dem langen Aufenthalt im Hafenwasser sein. Versuche mit der Unterwasserkamera, Bilder vom Rumpf und dem Propeller zu machen, waren nur mäßig erfolgreich vor allem wegen der trüben Sicht.


Kaum hatten wir den Hafen verlassen, war ziemlich schnell zu merken, dass der Propeller nur eingeschränkte Wirkung zeigte. In Aguadulce, wo wir zunächst an der Tankstelle festgemacht haben, konnten wir im nun klaren Wasser gut erkennen, dass das gute Stück völlig mit Kalkstrukturen verkrustet war. Also haben wir für den nächsten Tag einen Krantermin vereinbart. 


Das Schiff wurde für eine Stunde aus dem Wasser gehoben und von unten gründlich gereinigt.


Freitag früh, mit dem ersten Tageslicht ging es weiter. Bei zunächst völliger Windstille überquerten wir die Bucht von Almeria und rundeten das Cabo de Gata. 


An der schroffen Steilküste entlang segelten wir bei auffrischendem Wind nach Norden. Den ursprünglichen Plan, in einer der einsamen Buchten für die Nacht zu ankern, haben wir bald aufgegeben. Der Wind war auflandig und der Schwell nahm zu. Also wurden es am Ende doch 50 Meilen bis Garrucha. 



In den geräumigen Erzverladehafen wurde eine neue Marina gebaut. Sie war nur schwach belegt. Der Grund dafür war offensichtlich. Wind und Wellen liefen fast ungehindert in den nach Süden offenen Hafen. Ein großer Massengutfrachter gab uns etwas Schutz. Allerdings wurde er über Schüttanlagen mit Gips beladen, was uns entsprechend mit Staub versorgte. Außerdem sorgte ein ständiges Kommen und Gehen von Gipslastern (ca. 4 pro Minute) für Unterhaltung.


Der Ort selbst war dagegen recht schön und gegen Abend flanierten, ganz im spanischen Stil, die Großfamilien an der Uferpromenade entlang.
Am nächsten Vormittag ging es weiter. Bei teilweise gutem Segelwetter ging es nach Àguilas. Der Ort liegt an einer geschützten kleinen Bucht, in der wir neben dem Yachthafen geankert haben. 



Unsere neue Ankerwinsch durfte sich gleich bewähren. Wegen dem schwierigen Ankergrund (verkrautet) hat der Anker erst nach dem dritten Versuch gehalten.
Wir waren nicht an Land, sondern haben den Samstagabendbetrieb vom Cockpit aus beobachtet.
Gestern, am Sonntag, sind wir hier hergesegelt. Es war eine schöne Tour an der interessanten Küste entlang.
Cartagena ist eine reizvolle mittelgroße Stadt mit viel Geschichte und entsprechenden Sehenswürdigkeiten. Diese wollen wir in den kommenden Tagen erkunden.