Samstag, 16. September 2017

Kyparissia, 16. September 2017



Das weiterhin beständige Sommerwetter mit dem täglichen Sonnenschein und den weiterhin warmen Temperaturen hat natürlich auch Schattenseiten. Der nordwestliche Wind, der oft mit 20 Knoten an der westlichen Küste des Peloponnes entlang weht, ist genauso beständig. Wir hatten uns schon auf „eingewehte Hafentage“ eingestellt. Aber, wir haben etwas Glück. Der Wind, weiterhin aus Nordwest, hat sich abgeschwächt und wir können täglich unter Motor Strecke machen. Wenn es so weitergeht, werden wir jedenfalls rechtzeitig die nördlichen Ionischen Inseln erreichen. Kyparissia liegt schon auf halber Höhe der Westküste des Peloponnes.

Von Finger zu Finger sind wir südlich um die große Halbinsel gefahren und viele meist hübsche Orte besucht. 



Zunächst den kleinen Fährhafen der Insel Elafonisos, wo morgens die Hähne krähten, dann Githeion. 


Dort haben wir ein Auto gemietet und die Ruinenstadt Mistras besucht, die über viele Höhenmeter verteilt an einem steilen Berg liegt. 



Das war mal wieder landschaftlich einmalig schön. Leider fehlt die tiefere Kenntnis und die historischen Zusammenhänge bleiben im wagen. So bleibt meistens nur das Staunen über die geleistete Mühsal. 

Githeion selbst hat offensichtlich schon bessere Zeiten gesehen, liegt aber scharmant mit Blick auf Hafen und Festungsinsel.
Dann nach Porto Kagio, einer gut geschützten Ankerbucht an der Spitze des mittleren Fingers. 

Von dort aus ging es nach Koroni. Ein hübscher Ort mit großer venezianischer Festung. Nach einer extrem schaukligen Nacht (der Wind und die Dünung standen direkt in die Bucht), sind wir um die westliche Fingerspitze herum nach Methoni gefahren. 

Wieder ein Sehenswertes kleines Städtchen mit großer venezianischer Festung. Auch damals wurde offenbar viel getan um die wichtigen Handelsrouten zu sichern.

Heute endlich ging es wieder nach Norden, in das Ionische Meer.
Hier in Kyparissia liegen wir mal wieder kostenfrei im Stadthafen und haben sogar Wasser an der Pier. Keine Selbstverständlichkeit. Normalerweise gibt es weder Strom noch Wasser und manchmal kommt Jemand zum Kassieren. Meist um 7 Euro für unser Schiff. Auch Diesel ist nicht immer einfach zu beschaffen. Gestern mussten wir mit unseren Einkaufswagen und den 20-Literkanistern 1,5 Km bis zu einer Tankstelle am Ortsrand laufen.
Morgen wollen wir nach Katakolon und von dort mit dem Zug nach Olympia fahren. Wir sind gespannt.






Freitag, 8. September 2017

Monemvasia, 8. September 2017



Gestern sind wir in Monemvasia angekommen, immer noch auf dem östlichsten der drei Finger des Peloponnes. Das wir nicht schneller vorankommen, liegt vor allem an der Tatsache, dass es hier viel zu sehen gibt. 


Einerseits die tolle Landschaft mit hohen Bergen, mit Inseln und Buchten, an denen man nicht einfach vorbeifahren will. Dann die kleinen und größeren Orte, die oft zum Verweilen einladen. Außerdem die alten Ortschaften, Festungen und Ruinen, die oft interessant und meistens toll gelegen sind.



So wie Monemvasia, eine befestigte Stadt aus byzantinischer Zeit. Die Oberstadt auf dem Felsen ist recht gut erhalten und die Unterstadt zum größten Teil mit neu aufgebauten Häusern und natürlich völlig dem Tourismus verschrieben. 


Die alten Strukturen wie die Wasserversorgung und der Festungscharakter sind gut nachzuvollziehen.



Oder wie Mykene, das wir von Navplion aus besichtig haben. Eine antike Stadt auf einem Hügel mit einem fantastischen Blick über das fruchtbare Tal bis zum Meer. 


Der Eingang, das weltbekannte Löwentor und andere teilweise ganz gut erhaltene Bauten sind sehenswert. Man glaubt ein wenig nachvollziehen zu können, wie die Menschen damals gelebt haben.


Navplion selbst, mit Burgen und Festungen umgeben und mit einer netten Altstadt und einer Gastronomiedichte, die ihresgleichen sucht.


Langsam macht sich allerdings das Ende des Sommers bemerkbar.  Die Temperaturen sind nicht mehr ganz so hoch, die Straßen und Gaststätten nicht mehr ganz so voll und es brausen nicht mehr so viele Motorboote an uns vorbei.



Wir sind nach wie vor gemeinsam mit Ulla und Werner unterwegs, gehen abends gerne mal spazieren oder auch gemeinsam Essen. Durch deren Bekannte sind wir zu einem unerwarteten Genuss gekommen. 


Ein Bad im Süßwasserpool mit weitem Blick und anschließender ausgiebiger Dusche. Ganz großer Luxus. Der Grillabend danach war auch schön. 








Dienstag, 29. August 2017

Khaidhari, 29. August 2017



Dieser kleine Ort liegt etwa 10 Meilen südöstlich von Navplion, ganz im Norden der östlichsten der drei großen Buchten des Peloponnes. Es ist hier recht unspektakulär, aber an einer ringsum gut geschützten Ankerbucht gelegen und mit den üblichen Tavernen am Ufer entlang. Seit über zwei Wochen kreuzten wir hier in dieser Gegend von Ort zu Ort und von Bucht zu Bucht. Die Tagesetappen sind selten länger als 10 Meilen pro Tag, wenn wir überhaupt weiterziehen. 


Im Laufe der kommenden Woche, Anfang September, wollen wir uns langsam auf den Weg zu unserem Winterquartier machen. Das wird eine längere Strecke gegen die vorherrschenden Winde werden, für die wir ca. drei Wochen einplanen.

Ein besonderes Erlebnis in der letzten Woche war sicher der Besuch in Athen. Relativ kurz entschlossen haben wir auf ein Mietauto verzichtet und sind mit dem Überlandbus rund 200 km nach Athen gefahren. Zunächst auf schmalen Straßen durch die bergige Landschaft des Peloponnes, dann, ab Korinth, weiter auf der Autobahn durch die ausgedehnten Vororte von Piräus und Athen. Nach vier Stunden sind wir hungrig und etwas ermattet in unserem netten Hotel in der Innenstadt und nicht weit von der Akropolis angekommen. 

Nach einem Imbiss in der Nähe ging es auch schon los mit unserer Besichtigungstour. 


Die Akropolis wird natürlich von Touristen aller Länder besucht, und so reihten auch wir uns in den Besucherstrom ein. 

Besonders schön ist der Blick von oben auf die Stadt. Das kleine Akropolis Museum wurde inzwischen in einem modernen Neubau am Fuße des Berges verlagert. Dafür reichte die Zeit leider nicht. 




Wir sind anschließend durch die Stadt und zum Sintagmaplatz spaziert. 


Nach einem Sundowner auf der Dachterrasse waren wir am Abend in der Altstadt essen. Die mäßige Qualität des Essens wurde durch Livemusik und der lauen Nacht mehr als wett gemacht. 



Am nächsten Morgen, nach dem üblichen Hotelbuffet, war auch bald Zeit für den Weg zum Busbahnhof. Nachdem wir das erste Taxi nach 100 Metern wegen der abwegigen Preisvorstellung des Fahrers wieder verlassen hatten, sind wir doch angemessen und pünktlich zu unserem Bus gelangt. 


Unser Schiff lag ruhig am Ankerplatz in Porto Cheli, der angekündigte starke Wind hatte noch nicht eingesetzt. Ulla und Werner hatten die Santos bewacht, damit wir entspannt fahren konnten. Unter den vielen besuchten Häfen ist Porto Cheli einer, der gut für längere Aufenthalte geeignet ist. Gut geschützt bietet er Platz für viele Schiffe. Man bekommt alles was man benötigt und schöne Spazierwege gibt es obendrauf. Eine Nacht lagen wir an der Pier um Wasser vom Tankwagen zu beziehen. 


Der Hafen ist beliebt und entsprechend gut besucht. Auf den Hügeln in der Umgebung liegen die Villen der Schönen und Reichen. Da landen schon mal Hubschrauber auf den ausgedehnten Rasenflächen.
Inzwischen sind wir weitergezogen. Gestern waren wir in Koiladhia, einem etwas abseits gelegenen kleinen Hafen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht  ist die Höhle von Franchti zu besichtigen. Sie war über 30.000 Jahre bewohnt, bevor sie 3.000 vor C. teilweise eingestürzt ist. 



Sie soll interessante Zeugnisse über die Lebensbedingungen jener Zeit enthalten haben, die jetzt im Museum von Navplion zu besichtigen sind. Dort hin wollen wir morgen fahren.