Donnerstag, 21. Juni 2018

Milos, 21. Juni 2018


Mit Milos haben wir wieder den westlichen Teil der Kykladen erreicht. Als nächstes erwartet uns die Überfahrt zurück zum griechischen Festland, dem Peloponnes. Um die relativ lange Etappe von etwa 70 Meilen etwas zu verkürzen, wollen wir zunächst einen Schlag nach Norden segeln, nach Serifos. Von dort auch sind es nur ca. 55 Meilen, eine Verkürzung um etwa 3 Stunden Fahrt.

In den letzten Wochen bestimmt zunehmend der Meltemi unsere Reiseplanung.
Dieser recht kräftige Nordwind setzt sich alle paar Tage durch und führt in diesem Revier zu unangenehmen Seegang. In den ruhigen Tagen dazwischen läuft man allerdings Gefahr, mangels Wind motoren zu müssen. Täglich werden die Windvorhersagen studiert.
Von Folegandros sind wir mit einer Übernachtung im kleinen Hafen von Kimolos nach Milos gekommen.
Diese etwas größere Insel ist beliebt und gut besucht und wegen der auffälligen Gesteinsfärbungen bekannt. 


Wir haben in der Wind-Wartezeit ein Auto gemietet, einige Ziele der Insel besucht und die Gelegenheit für einen Großeinkauf und einen Laundrybesuch genutzt.

Nach drei Tagen an der Pier haben wir uns jetzt wieder an den Anker verholt und genießen die Ruhe, den kühlenden Wind und das warme und klare Wasser.



Morgen früh wollen wir also weiter. Nach fast drei Monaten verlassen wir langsam die Inselwelt der Ägäis und machen uns auf den Weg zurück in das Ionische Meer. Wir haben aber noch reichlich Zeit und so werden wir weiterhin in kleinen Etappen und mit vielen Pausen unterwegs sein.  






Freitag, 15. Juni 2018

Folegandros, 15. Juni 2018


Wo waren wir nochmal beim vorletzten Stopp? Wo ist dieses Foto entstanden? Da müssen wir schon mal im Logbuch nachschauen. Mirsíni auf Skhinoúsa, eine kleine Insel südlich von Naxos.


An manchen Tagen in letzter Zeit stellt sich eine gewisse Inselsättigung ein. Auch die Ankunft auf Folegandros war ein Beispiel dafür. Felsige Bergrücken, nur sehr spärlich mit stacheligem Buschwerk bedeckt. Die Bilder widerholen sich.
Dann aber wieder schöne Buchten, das klare Wasser und kleine hübsche Orte. Wir werden uns später sicher danach sehnen.
Von Amorgós sind wir, nach einer Übernachtung in einer kleinen Bucht ganz im Westen, bei der wir auch das Wrack der Olympia besichtigt haben, nach Ios gesegelt. 


Ios ist eine lebendige Insel mit vielen Ferienanlagen und entsprechendem Massenbetrieb. Außerdem scheinen sich im Hafen alle Fährlinien der Region zu kreuzen. Große und kleine Fähren kommen in kurzen Abständen und rauschen nach wenigen Minuten Aufenthalt mit Vollgas durch die langgestreckte Hafenzufahrt davon. Denen sollte man nicht in die Quere kommen.


Auch wir haben die günstigen Verbindungen genutzt und gemeinsam mit Ulla und Werner die Insel Santorini für einen Nachmittag und Abend besucht. Ich war ja etwas skeptisch (Inselsättigung?) aber es hat sich wirklich gelohnt.
Santorini ist sehenswert. Die weißen Orte, die hoch oben auf dem Kraterrand thronen und die Kreuzfahrer, die in der versunkenen Kaldera ankern liefern die entsprechenden Bilder.


Die Gassen von Thira sind überflutet von tausenden von Touristen, die vom Kreuzfahrerterminal mit der Seilbahn oder auf dem Rücken von armen Eseln den steilen Weg nach oben erklimmen. Hunderte von Hotels, Restaurants und Souvenirgeschäften bestimmen das Bild. Dazwischen aber immer wieder der atemberaubende Blick auf den halbmondförmigen Kraterrand und das glitzernde Meer weit unten. 



Abends haben wir, etwas abseits vom Rummel, etwas gegessen und später am bescheidenen Busbahnhof auf unsere Rückfahrt zum kleinen Fährhafen gewartet. Um 23:00 Uhr waren wir wieder in Ios und an Bord zurück. Ein schöner Ausflug.


Dann die Überfahrt nach Folegandros, weitgehend unter Segel. Eine deutlich bescheidenere Insel, mit dem typischen kleinen Fährort und der Chora, wieder hoch oben auf einer Klippe auf der Nordseite der Insel.


Ein hübscher Ort, mit von Bäumen beschatteten kleinen Plätzen und viel Grün. 



Wie eine Oase in der ansonsten steinigen Insel. 








Freitag, 8. Juni 2018

Amorgós, 8. Juni 2018


Letzten Montag sollte sich der Meltemi abgeschwächt haben und wir wollten weiter. Von der vorhergesagten Briese aus Nord haben wir uns einen guten Segelwind für die 45 Seemeilen bis Amorgós versprochen.
Noch in der Hafenbucht von Patmos haben wir Segel gesetzt und sind flott aber ruhig nach Süden um die Insel gesegelt. Als wir aus der Abdeckung herausgefahren waren, empfing uns das offene Meer mit einer unerwartet hohen Welle, die noch vom Meltemi übriggeblieben war. Als der Wind sich dann auch noch unter 10 Knoten abgeschwächt hatte, wurden wir und unser Inventar ordentlich durchgeschüttelt und die Laune sank. Schließlich ging es unter wüstem Geschaukel nur noch mit 2 Knoten voran und der Motor musste helfen. Zehn Minuten später legte der Wind allmählich wieder zu, das Vorsegel wurde erneut ausgerollt und der Motor ausgeschaltet.
Der Wind legte weiter zu und kam immer vorlicher. Die Welle wurde natürlich auch nicht angenehmer. Petra war still geworden und verlangte bald nach dem Eimer. Gleichzeitig mussten inzwischen dringend die Segel gekürzt werden. Kein gutes Timing. Schließlich waren aber die Segel gerefft und die Ordnung im Cockpit wieder einigermaßen hergestellt. Zügig aber in den Böen unbequem ging es hoch am Wind voran und nach weiteren 5 Stunden haben wir den Ostzipfel von Amorgós passiert. 



Noch ein paar Meilen und wir konnten im Schutz einer kleineren vorgelagerten Insel ankern. Völlige ruhe, glasklares Wasser und eine tolle bergige Kulisse sorgten dafür, dass die Anstrengung der Überfahrt schnell vergessen war. Erstmal eine Runde schwimmen, das Schiff und die Lage des Ankers inspizieren, später ein Glas kühlen Weißwein im Cockpit. Trotz der Kargheit ein wunderschöner Ankerplatz. Später, in der Nacht, breitete sich ein großartiger Sternenhimmel über uns aus. Wir sind zwei Tage geblieben.


Gestern sind wir die kurze Strecke nach Katapola, dem Hafen der Insel, gefahren. Ein hübscher kleiner Ort, am ende einer geschützten Bucht gelegen.



Heute dann ein kleines Abenteuer: gemeinsam mit Ulla und Werner haben wir zwei Quads gemietet und sind damit über die Insel gefahren.


Erst zur „Inselhauptstadt“ Chora, wie üblich hoch auf dem Berg. Alles natürlich weiß getüncht, alte Häuser und enge Gässchen, bescheidener Tourismus und einige nette Lokale luden zur ersten Pause ein.


Dann ging es weiter über hohe Pässe ganz in den Nordosten der Insel. Dabei fantastische Ausblicke auf die Küste tief unter uns. Ein kleiner Ferienort mit netten Lokalen unter schattenspendenden Bäumen.


Am Nachmittag haben wir die besondere Attraktion von Amorgós besucht. Das Kloster Chozovoitissa schmiegt sich abenteuerlich an eine steile Felswand hoch über dem Meer. 



Nachdem wir uns mit bereitliegenden weiten Hosen sittsam bekleidet hatten, konnten wir durch die steilen Stufen im Inneren des Klosters Steigen. Zur Belohnung servierte uns ein Mönch Zimtschnaps und kühles Wasser.