Sonntag, 16. September 2018

Alcúdia, 16. September 2018


Es ist geschafft. Seit drei Tagen sind wir zurück auf Mallorca und ankern wieder neben der Marina in Porto de Alcúdia. Im letzten Jahr haben wir hier im Mai und Juni gelegen, allerdings an einer Boje. Das hat uns damals die Sorge um den schlecht haltenden Ankergrund erspart.


Jetzt scheint der Anker aber gut zu halten. Er ist gut eingefahren und auch den Böen vom letzten Gewitter hat er gut standgehalten.
Gewitter und starke Regenschauer begleiten uns seit Tagen. Gefühlt seit Wochen haben wir keine stabile Wetterlage erlebt.


Die Überfahrt von Sardinien nach Menorca war anstrengend. Der Wind war am ersten Tag schwach und von Achtern, die Welle dagegen hoch. Segeln war zunächst kaum möglich, zu sehr schlugen die Segel hin und her.
Die folgende Nacht zog sich dahin, weder Mond noch Sterne sorgten für Abwechslung.
Dank Claras Begleitung konnten wir wenigstens die Wachen gut aufteilen, so dass es nicht zu anstrengend wurde.
In der zweiten Nachthälfte kam Wind auf. Zunächst nur mäßig aus Nordost, gegen morgen aber frischer und aus Nord.  Als die Sonne aufging, segelten wir flott nach Westen und die Windsteueranlage hielt zuverlässig Kurs.
Endlich konnte Clara, die erfahrene Kutterfahrerin, Santos richtig unter Segel erleben.

Im Laufe des Vormittags baute sich allerdings eine gewaltige Gewitterfront vor uns auf.
Der gesamte westliche Himmel war dunkelgrau und ferne Blitze zuckten. Wir hielten zunächst Kurs und versuchten die Zugrichtung des Gewitters auszumachen. Das war aber schwer festzustellen und wir schwankten zwischen Sorge und Beruhigung. Als sich die Wolken immer bedrohlicher aufbauten, beschlossen wir zu warten, bzw. auf gleichem Kurs langsam zurück zu segeln.
Glücklicherweise wurde der Himmel langsam wieder etwas heller und starker Regen setzte ein. Die Sicht war ringsherum sehr gering. Wir haben daher unter gerefftem Groß beigedreht, was gut funktioniert hat. Eine halbe Stunde lang trieben wir so langsam nach Osten und, wie im Lehrbuch, die Bewegungen in der vielleicht 2.5 Meter hohen See waren geradezu angenehm.
Das Gewitter schien sich allmählich weiter zu entfernen. Die Donner wurden eher ein Grollen. Da haben wir gewendet, die Genua ausgerollt und wieder unseren Kurs auf Menorca aufgenommen. Der Wind um 25 Knoten blieb uns bis zum Ziel erhalten. Gehen 17:00 Uhr erreichten wir unseren Ankerplatz in der weitläufigen Bucht von Mahon. Am Ende haben wir für die 200 Meilen 34 Stunden gebraucht.



Am folgenden Tag wechselten wir in die Marina von Mahon. Dort konnten wir endlich richtig Duschen und die Stadt besichtigen.


Zwei Tage später dann die Überfahrt nach Mallorca. Nach anfänglichem motoren hatten wir schönes Segeln bis ins Ziel.



Hier auf Mallorca fühlen wir uns schon wie ein bisschen zuhause. Mit dem Mietauto haben wir Clara etwas von der schönen Insel gezeigt und natürlich Farida und Hubert auf ihrer Finca besucht.


Inzwischen ist Clara nach einer schönen gemeinsamen Zeit wieder abgeflogen.
Wir kehren zu unserem üblichen Rhythmus zurück und wollen noch ein paar Tage auf der Insel bleiben.


Samstag, 8. September 2018

Carloforte, 8. September 2018


Etwas Anspannung ist immer da. Morgen klingelt um 5:30 der Wecker für die Überfahrt nach Menorca. Angesagt sind moderate Winde aus Südost, also genau von hinten. Am Montag auf Nordost drehend und verstärkend. Für die ca. 190 Meilen werden wir in etwa 32 Stunden brauchen.


Heute Abend waren wir nochmal italienisch essen. Es ist Samstag und die Straßen und Plätze sind wie üblich sehr belebt. Vom schönen Platz in der Ortsmitte klingt Livemusik.
Nach sechs Tagen am Anker in Villasimius haben wir Clara in Cagliari vom Flughafen abgeholt. 



Sie bewohnt jetzt unsere Gästekoje, die sonst mit allem Möglichen vollgestopft war.
Mit einer angenehm ruhigen Nacht am Anker beim Capo Spartivento sind wir heute bis Carloforte gekommen.


Der nächste Bericht also von den Balearen.






Sonntag, 2. September 2018

Villasimius (Sardinien), 2. September 2018


San Vito lo Capo ist ein kleiner netter Urlaubsort im Nordwesten von Sizilien. Gelegen haben wir dort am selben Steg, an dem wir vor gut einem Jahr unseren neuen kleinen Dieseltank eingebaut hatten. Wir wurden gleich wiedererkannt und herzlich begrüßt, besonders von dem kubanischen Marinero, der uns damals mit seinem Optimismus motiviert hatte. 


Diesmal sind wir nur über Nacht geblieben und haben morgens früh um sieben San Vito wieder verlassen.
Lange 28 Stunden hat die Überfahrt von Sizilien nach Sardinien gedauert. Bei recht schwachem Wind sind wir die ersten Stunden motorgesegelt und konnten so immerhin bei niedriger Motordrehzahl gute Geschwindigkeit fahren. Dann gab es bis zum Abend absolute Windstille und die Schönwetterwolken am Himmel spiegelten sich im Wasser. Nach Sonnenuntergang kam eine leichte Brise auf, und wir konnten fast die ganze Nacht segeln.



Am folgenden Mittag haben wir unseren Ankerplatz östlich von Capo Carbonara auf Sardinien erreicht. Seitdem weht ein frischer Westwind und wir können nicht weiter. Vor dem Badestrand bei Villasimius liegen wir aber gut geschützt. 



Donnerstag kommt Clara nach Cagliari und das liegt nur 17 Meilen weiter. Wir haben also noch Zeit. Neben uns liegen Walter mit seinem walisischen Mitsegler und ein stück weiter Petra und Karsten, die wir noch von Almerimar kennen.
So hatten wir schon zwei gesellige Abende und haben dabei eine Menge Leergut produziert.
Inzwischen räumen wir auf und entmisten einiges. Schließlich müssen wir Platz schaffen für Mitseglerin Clara.