Sonntag, 19. Juli 2020

Culatra, 19. Juli 2020


Wir sind an unserem Hauptziel für diesen Sommer angekommen: die weitläufige Lagune der Ria Formosa. Wie die meisten hier, ankern wir vor dem kleinen Ort Culatra. Die gleichnamige langgezogene Sandinsel schützt diesen Bereich vor dem offenen Atlantik. 


Mittags ist es heiß und das Fischerdorf döst schläfrig in der Sonne. Gerade jetzt am Wochenende strömen viele portugiesische Tagesgäste vom Fähranleger durch den Ort zu den ausgedehnten Stränden auf der Atlantikseite. 



Zwei kleine Supermärkte und um die fünf einfachen Fischrestaurants erfüllen fast alle Wünsche.


Am Ankerplatz kühlt die Seebriese angenehm. Das Wasser lädt je nach Tidenstand zum Schwimmen ein. Manchmal ist es etwas grün und trüb und treibendes Seegras stört den Badegenuss. 


Barbara und Hageh sind auch da. Wir haben uns sehr gefreut sie hier zu treffen. Wir haben schon einiges zusammen unternommen und auch noch einiges in Planung.
Gestern waren wir mit der kleinen Fähre in Faro. Eine angenehme kleine Stadt mit einem hübschen Altstadtkern. 


Auch Olhao haben wir besucht, hauptsächlich um eine portugiesische SIM-Karte fürs Internet zu beschaffen.  
Auf dem Weg hierher waren wir für zwei Nächte in Ayamonte. Die spanische Grenzstadt am Fluß Guadiana gehört zu unseren Lieblingszielen in dieser Gegend.

Hier an der Algarve wollen wir in den kommenden Wochen bleiben. Ab und zu werden wir den Standort wechseln aber sicherlich immer wieder hier nach Culatra zurückkommen.









Sonntag, 12. Juli 2020

Bonanza (Guadalquivir), 12. Juli 2020


Letzten Montag haben wir den Hafen von Almerimar verlassen. Wie nach jedem langen Aufenthalt bedarf es zunächst etwas Zeit, sich wieder an den Zustand des Unterwegsseins zu gewöhnen. Aber, wie immer, sind wir nach einer Woche in der Routine des Reisens angekommen.
Wir hatten uns für dieses Jahr mal wieder fest vorgenommen, unsere durchschnittlichen Motorstunden zu reduzieren und geduldiger und ausdauernder zu segeln. Im Mittelmeer bekanntlich eine Herausforderung. Das Ergebnis: niederschmetternd. Von einigen kläglichen Versuchen und etwas Motorsegeln abgesehen, war heute der erste Tag mit einem nennenswerten Segelanteil. Immerhin sind wir die letzten zehn Meilen und die Fahrt in den Guadalquivir bis hier zum Leuchtturm Bonanza gegen das ablaufende Wasser gesegelt. Schön, dass es doch noch zu funktionieren scheint.
Jetzt ankern wir vor dem ausgedehnten Naturschutzgebiet des Donana Nationalpark. Es ist Sonntagnachmittag und wie als Ironie dazu sind wir in beinahe unerträglicher Weise von rasenden Motorbooten und dröhnenden Wassermotorädern umgeben.  Wie hoffen auf die Dämmerung, weil erst dann wieder Ruhe einkehren wird.


Montag sind wir also aufgebrochen (trotz Flaute, sollte aber auch in den kommenden Tagen nicht anders sein), und bis zur schönen, wenn auch nur wenig gegen den Schwell geschützte Bucht von La Herradura gefahren.
Das Wasser war wunderschön und das erste Bad im Mittelmeer war ein Genuss.
Die erste Übernachtung im schwankenden Bett brachte nur leidlich guten Schlaf. Trotzdem war es ein sehr schöner Abend und eine ruhige mondbeschienene Nacht.

Es folgten wieder einige Motorstunden bis zum nächsten Ankerplatz direkt vor dem touristischen Badeort Marbella.
Auf dem Wasser war auch dort schon viel Betrieb, ist ja schließlich schon Sommer. Ausschließlich spanische Urlauber waren unterwegs und benutzten uns als Wendemarke für ihre rasenden Dinger. Auch da ganz schön lästig.
Die Nacht wieder ruhig und schön.
Der nächste Tag brachte uns um den Felsen von Gibraltar herum nach La Línea.
Dort blieben wir zwei Nächte. Zunächst zollfrei getankt (0,50€/Liter) und am Abend durch das bescheidene spanische Städtchen spaziert.



Am nächsten Tag waren wir zu einem kleinen Spaziergang in Gibraltar und später im Mercadona einkaufen.


Die Meerenge von Gibraltar ist bekannt für starke Winde, die durch die Düse zwischen den beiden Kontinenten gepresst werden. Dazu kommt die etwas konfuse Strömungssituation. Treffen beide unglücklich aufeinander, kommt es zu einem unschönen Wellenbild.
Um einer drohenden solche Situation zu entgehen, sind wir letzten Freitag früh aufgebrochen und ohne Stopp bis Rota bei Cádiz gekommen. Das waren anstrengende 72 Meilen.
Rota ist ein nettes Städtchen, mit einer schönen Altstadt. Außerdem kann man mit einer kleinen Fähre in einer halben Stunde ins Zentrum von Cádiz gelangen. 


Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Der Weg führe uns direkt zu unserem klassischen Lieblingsziel: die zentrale Markthalle.


Dort haben wir ein Stück Tunfisch erstanden und sind noch zu Tapas eingekehrt.



Heute stand nun die vergleichsweise kurze Etappe nach Chipiona auf dem Programm. Statt in den Hafen zu fahren, haben wir es vorgezogen, den Fluss bis zur ersten passenden Ankermöglichkeit hochzufahren.











Sonntag, 5. Juli 2020

Almerimar, 5. Juli 2020


Drei intensive Tage standen wir mit unserem Schiff an Land. Der „Varadero“ ist nicht schön: eine Sandfläche, durch das Abspritzen der Schiffe ringsum nahezu morastig. 


Es war ein ständiger Kampf gegen den Dreck an Bord. Nur morgens und abends herrschten einigermaßen erträgliche Arbeitsbedingungen. 



Trotzdem haben wir in Rekordtempo den Wasserpass gestrichen, den Rumpf abgewaschen und poliert, den Propeller gewartet, die Naht zwischen Kiel und Rumpf erneuert und schließlich neues Antifouling aufgebracht.


Freitag ging es glücklicherweise zurück ins Wasser.
Jetzt fehlte noch der restliche Einkauf, Auto unterbringen und Wasser tanken.
Morgen früh wollen wir endlich aufbrechen. Wir hoffen auf eine ruhige Ankerbucht auf dem Weg nach Malaga.









Sonntag, 28. Juni 2020

Almerimar, 28. Juni 2020

Die Coronakrise hat natürlich auch unsere Planungen für dieses Jahr zunächst etwas in Unordnung gebracht. Die vorgesehene Anreise im März konnte nicht stattfinden und die gebuchten Flüge wurden in Gutscheine umgewandelt. Mal sehen, ob und wann wir sie nutzen können.
Als die spanische Regierung angekündigt hat, die Grenzen zum 21. Juni zu öffnen, haben wir uns im Auto auf den Weg gemacht und in fünf Tagen und knapp 3000 km endlich unser schwimmendes Zuhause erreicht.


Auf dem Weg konnten wir Clara in Bremen und Jonas in Aachen zu zugegebenermaßen kurzen Besuchen treffen. Zur ersten Übernachtung wurden wir mal wieder sehr herzlich von Andrea und Winni in Gelsenkirchen aufgenommen. 
Zur zweiten Übernachtung hatten Eva und Dietmar uns in ihr Haus in Karlsruhe eingeladen. Das war etwas aufregend, weil wir die beiden bis dahin nur aus Briefen und nicht persönlich kannten. Es war jedenfalls sehr nett. 


Wir haben uns zunächst beschnuppert und dann gut unterhalten, wurden lecker bekocht und einen Rundgang um das Karlsruher Schloss nebst kleiner Einführung in die Stadtgeschichte gabs obendrauf. Ein schönes Erlebnis.


Nach den überfüllten deutschen Autobahnen ging es deutlich gemächlicher durch Frankreich und Spanien.
An der allgegenwärtigen Hitze spürten wir deutlich, dass wir nicht wie gewohnt im Frühjahr, sondern schon fast im Hochsommer unterwegs waren. Keine Wolke und immer um die 30 Grad.


Jetzt leben wir schon seit einer Woche auf der Santos und haben uns wieder an den üblichen Alltag an Bord gewöhnt.
Zunächst wurde das Schiff geschrubbt. Staub, Dreck und die Hinterlassenschaften tausender Schwalben waren zu entfernen. Dann kamen die üblichen Wartungs- und Verbesserungsarbeiten an die Reihe. Ein Batteriemonitor wurde zur Überwachung unserer Bordelektrik eingebaut. Ein neues Solarpanel wurde angebracht und verkabelt. Ein neuer Landstromanschluss nebst FI-Schalter war fällig. Der abgebrochene Windanzeiger am Masttop sollte in schwindelnder Höhe ausgetauscht werden. 


Trotz tatkräftiger Hilfe von Gordon und Claudia ist dieses Vorhaben leider nicht gelungen. Das alte Ding ließ sich einfach nicht entfernen. 


Der Holzrahmen am Vorluk wurde neu lackiert. Und, und, und…


Am Abend locken die Gaststätten, irgendwen trifft man immer.
Ansonsten: Masken aller Orten, Desinfektion und Plastikhandschuhe im Supermarkt und sowieso überall. Später treiben sie dann im Hafenbecken, besonders neulich nach dem starken Wind.
Dienstag kommen wir für ein paar Tage an Land.