Samstag, 8. September 2018

Carloforte, 8. September 2018


Etwas Anspannung ist immer da. Morgen klingelt um 5:30 der Wecker für die Überfahrt nach Menorca. Angesagt sind moderate Winde aus Südost, also genau von hinten. Am Montag auf Nordost drehend und verstärkend. Für die ca. 190 Meilen werden wir in etwa 32 Stunden brauchen.


Heute Abend waren wir nochmal italienisch essen. Es ist Samstag und die Straßen und Plätze sind wie üblich sehr belebt. Vom schönen Platz in der Ortsmitte klingt Livemusik.
Nach sechs Tagen am Anker in Villasimius haben wir Clara in Cagliari vom Flughafen abgeholt. 



Sie bewohnt jetzt unsere Gästekoje, die sonst mit allem Möglichen vollgestopft war.
Mit einer angenehm ruhigen Nacht am Anker beim Capo Spartivento sind wir heute bis Carloforte gekommen.


Der nächste Bericht also von den Balearen.






Sonntag, 2. September 2018

Villasimius (Sardinien), 2. September 2018


San Vito lo Capo ist ein kleiner netter Urlaubsort im Nordwesten von Sizilien. Gelegen haben wir dort am selben Steg, an dem wir vor gut einem Jahr unseren neuen kleinen Dieseltank eingebaut hatten. Wir wurden gleich wiedererkannt und herzlich begrüßt, besonders von dem kubanischen Marinero, der uns damals mit seinem Optimismus motiviert hatte. 


Diesmal sind wir nur über Nacht geblieben und haben morgens früh um sieben San Vito wieder verlassen.
Lange 28 Stunden hat die Überfahrt von Sizilien nach Sardinien gedauert. Bei recht schwachem Wind sind wir die ersten Stunden motorgesegelt und konnten so immerhin bei niedriger Motordrehzahl gute Geschwindigkeit fahren. Dann gab es bis zum Abend absolute Windstille und die Schönwetterwolken am Himmel spiegelten sich im Wasser. Nach Sonnenuntergang kam eine leichte Brise auf, und wir konnten fast die ganze Nacht segeln.



Am folgenden Mittag haben wir unseren Ankerplatz östlich von Capo Carbonara auf Sardinien erreicht. Seitdem weht ein frischer Westwind und wir können nicht weiter. Vor dem Badestrand bei Villasimius liegen wir aber gut geschützt. 



Donnerstag kommt Clara nach Cagliari und das liegt nur 17 Meilen weiter. Wir haben also noch Zeit. Neben uns liegen Walter mit seinem walisischen Mitsegler und ein stück weiter Petra und Karsten, die wir noch von Almerimar kennen.
So hatten wir schon zwei gesellige Abende und haben dabei eine Menge Leergut produziert.
Inzwischen räumen wir auf und entmisten einiges. Schließlich müssen wir Platz schaffen für Mitseglerin Clara.




Sonntag, 26. August 2018

Termini Imerese, 26. August 2018


Angeschoben von einem kräftigen Mistral, zieht sich ein großes Starkwindfeld vom Golf von Lion aus an Sardinien entlang bis nach Sizilien. Hier bei uns zu spüren: ein kräftiger Nordwest und bis 2 Meter hohe Wellen. Laut Deutschem Wetterdienst sollen es draußen auf hoher See 8 bis 10 Bf und 4M Welle sein.
Da ist es beruhigend, den nur halb geschützten Ankerplatz gegen einen guten Hafen getauscht zu haben. Termini Imerese hat einen solchen mit einem ewig langen Wellenbrecher und einer nochmal abgeteilten Ecke für die Marina.
Die Stadt und der Hafen finden wohl kaum Erwähnung in Reiseführern, obwohl die Altstadt auf dem Hügel sicher einen Besuch wert ist. 


Vom Hafen aus muss man allerdings fast einen Kilometer durch ein vermülltes und weitgehend brachliegendes Gewerbegebiet gehen. Im Straßengewirr der Stadt findet man dann allerdings alles was man braucht.


Hier könnten wir unser kleines Schiff für sagenhaft günstige 1250 Euro ein ganzes Jahr liegen lassen. Der Tagespreis ist leider nicht ganz so freundlich.
Wir hoffen in drei, spätestens vier Tagen weiter zu können. 35 Meilen weiter westlich liegt San-Vito-lo-Capo, unserem Absprunghafen nach Sardinien.


Hinter uns liegt unsere Runde durch die Liparischen Inseln, gekrönt durch die Nachtfahrt am Stromboli entlang. Am folgenden Ankerplatz vor der Insel Lipari wurden wir doch noch von einem Gewittersturm erwischt. Orkanartige Böen legten uns auf die Seite. 


Es schüttete wie aus Kübeln und unser nur ungenügend gesichert an Deck liegendes Inventar (Schlauchboot, Sonnenpanel und Gangway) wurde zum Glück von den Wanten und den Relingsdrähten vorm endgültigen Verlust bewahrt. Die Sicht war gleich null. Wir harrten bei laufendem Motor unter Deck aus und hofften, dass der Anker hält und kein Blitz einschlägt.
Nach einer guten halben Stunde war der Spuk vorbei und die Lage beruhigte sich bei leichtem Regen.
Später allerdings, wir hatten uns gerade in die Koje verzogen, nahm der Schwell auf unangenehme Weise zu. Kurz von Mitternacht hatten wir die Nase voll, gingen Anker auf und fuhren zur Nachbarinsel Vulcano und dort zum Ankerplatz auf der Westseite, wo glücklicherweise himmlische Ruhe herrschte.



Von dort ging es zurück an die Sizilianische Küste, nach Capo d’Orlando. Dort konnten wir mal wieder Wäsche waschen, Wasser tanken und einkaufen.
Abends waren wir mit Walter in einem kleinen Restaurant in der Nähe, wo wir vorzüglich gespeist haben.
Nächste Station war Cefalù, wo wir drei Tage hinter dem Wellenbrecher geankert haben. Die Stadt kannten wir schon von der Hinfahrt. Sie liegt toll am Fuß eines gewaltigen Felsens und ist bei Reisenden sehr beliebt.


Am Freitag sind wir mit dem Zug nach Palermo gefahren. Leider hatten wir uns nicht gut auf diese große Stadt vorbereitet, sodass wir zunächst bei regnerischem Wetter etwas ziellos umherirrten, bevor wir die richtigen Stellen der Altstadt gefunden hatten (da wo alle sind).

Wieder eine Stadt, in die man viel mehr Zeit investieren sollte. Leider gibt es dort keinen Ankerplatz und die Häfen sind teuer.