Sonntag, 7. Juli 2019

Alcúdia, 7. Juli 2019


Wir haben uns wieder in Alcúdia eingelebt, unserem mehr oder weniger festen Zuhause für die kommenden Wochen.
Das einzige, dass uns etwas negativ beschäftigt, ist der miserable Ankergrund.
Unser Anker tut sich mit dem Kraut/Sandgemisch schwer, und gräbt sich unserer Ansicht nach nicht fest genug in den Meeresboden. 



Immerhin hatten wir letzte Nacht überraschend starken Wind aus Süd und der Anker hat gehalten. Dafür waren wir morgens um drei damit beschäftigt, unsere Sonnenplane vor den Böen in Sicherheit zu bringen.
Der Ankerplatz ist gut besucht aber nicht gerade voll. Einige Boote liegen hier länger, andere kommen nur für eine Nacht. Kontakte haben wir bisher nicht geschlossen. 


Nur Friedolin, ein junger Kormoran, sucht uns jeden Abend zuverlässig auf, um sich auf unserem Dingi gemütlich für die Nacht einzurichten. Das ist uns leider gar nicht recht, wegen dem damit verbundenen Dreck. 



Er ist dabei sehr hartnäckig und wir müssen uns lautstark äußern und sogar beinahe handgreiflich werden, bevor er beleidigt zum nächsten Boot weiterzieht.
Zurzeit machen Andrea (Petras Schwester) und Winni Urlaub hier auf Mallorca, was natürlich sehr nett ist. Sie waren schon zu Besuch bei uns an Bord und wir bei ihnen in Cala Rajada. 



Morgen wollen wir gemeinsam nach Palma fahren und auch sonst ein bisschen von der Insel sehen. Unter anderem dafür haben wir uns für eine Woche ein Auto gemietet.
Bei Farida und Hubert in Montuiri waren wir natürlich auch. Es ist immer wieder schön sie zu treffen und die Fortschritte auf ihrer Finca zu beobachten.



Es ist zurzeit vor allem nachmittags sehr heiß und drückend. Gestern haben wir uns ins gekühlte Auto geflüchtet und sind in die Bergwelt der Tramuntana gefahren.
Tolle Landschaft.








Samstag, 29. Juni 2019

Port d'Alcudia, 29. Juni 2019


Die letzte Nacht auf Sardinien haben wir in der Bucht von Porto Grande verbracht. Vor der Überfahrt nach Menorca nochmal einen ruhigen Nachmittag und Abend am Anker zu verbringen war unser Ziel. So war es auch, zumindest bis mitten in der Nacht. Bei vollkommener Windstille lief völlig unerwartet eine unangenehme Dünung in unsere Bucht und bracht unser Schiff stark ins Rollen.
Beim studieren der Wettervorhersage hatten wir diesen Punkt leider vernachlässigt.
Jedenfalls war an Schlaf nicht mehr zu denken und wir lichteten den Anker bereits um 3:00 Uhr.
Die Vorhersage für die kommenden 180 Meilen: zwischen zwei großen Feldern mit frischem Ostwind jeweils im Norden und im Süden Sardiniens wären wir zunächst quasi im Windschatten der großen Insel unterwegs. Erst am zweiten Tag hätten wir einigermaßen Segelwind zu erwarten. Diese Wetterlage sollte sich mindestens 5 Tage lang halten.
Wir haben uns also auf etwa 50% Motorfahrt eingestellt.
Es kam unangenehmer. Die beiden Windgebiete schickten uns jeweils ihre Wellen, die zu einer äußerst ungemütlichen Kreuzsee führten. Unser kleines Schiff wurde ohne Rhythmus hin und her geworfen und die zur Stütze gedachten Segel schlugen erbärmlich hin und her.
Unser Autopilot beschwerte sich quiekend und wir mussten zwischendurch von Hand steuern. Näher an Menorca kamen die Wellen und ein schwacher Wind nur noch direkt von Hinten, ein Segeln war aber auch dann nicht möglich.
Erschwerend kam hinzu, dass Petras rumorender Zahl sich mit starken Schmerzen zurückgemeldet hat, die nur mühsam mit Tabletten unterdrückt werden konnten.
Nach 32 Stunden sind wir ziemlich gerädert in die weitläufige Bucht von Mahon eingelaufen und haben in der Cala Taulera geankert. 


Am Nachmittag hatten wir glücklicherweise gleich einen Termin bei einem Zahnarzt in der Stadt, der endlich die Ursache korrekt ermittelt hat und gleich zur Tat geschritten ist. Details auf Anfrage.



Zwei Tage später dann die vergleichsweise kurze Überfahrt nach Mallorca, in die Bucht von Alcudia, wo wir wieder auf unserem schon angestammten Platz neben der Marina ankern.
Port d’Alcudia und die Bucht versprühen wieder und reichhaltiger den je den Charme von fragwürdigem Urlaubstraum. Leicht sonnenverbrannte Horden schieben sich an Souvenirgeschäften und Schnapsläden, an Vermietungen von Geräten aller Art und Fußreinigungsfischaquarien vorbei. Hüpfburgen locken die Kleinen und auf dem Wasser sind wieder die fliegenden Sofas und die rasenden Bananen unterwegs.


Abends aber und auch am Vormittag ist es schön ruhig und der Ausblick aus dem Cockpit auf die Umgebung schön.


Außerdem liegen wir hier vergleichsweise sicher und kostenfrei und die Versorgungslage ist gut.
Hinzufügen können wir noch, dass es inzwischen sehr heiß geworden ist. An die kühlen Tage vom Anfang dieser Reise können wir uns kaum noch erinnern.







Samstag, 22. Juni 2019

Alghero, 22. Juni 2019


Hinter uns liegt eine sehr schöne Woche. Letzten Sonntag sind wir vom korsischen Bonifacio nach Sardinien gesegelt. 


Nach etwa zehn Meilen bei schönstem sonnigen Segelwetter kamen wir in die äußerst reizvolle Gegend im Nordwesten Sardiniens. 



Die Buchten auf der sardischen Seite und die vorgelagerten zerklüfteten Inseln des Maddalenen Archipels bilden ein ideales Segelrevier. Viele Buchten laden zum Ankern ein und die Landschaft ist sehenswert. Entsprechend viel Betrieb ist die natürliche Folge.



Trotzdem ist das Wasser sehr klar, die Hügel steinig oder grün, und die Orte bescheiden gebaut. Keine Hotelklötze.


Besonders nett war aber die gemeinsame Zeit mit unseren Freunden Britta und Jens und mit Kathi und Friedel von der Fenua.



Britta und Jens mit ihrer Lili aus Wedel kennen wir schon lange und so war es doppelt schön sie hier zu treffen.



Drei Tage lang wurde gemeinsam gekocht und nette Abende verbracht. Eine kleine Wanderung nach Palau gehörte auch dazu. 



Für uns ging es dann aber weiter. Wir wollten die günstigen Bedingungen für die Überquerung des Golfs de Asinara nutzen. Bei kräftigem Rückenwind sind wir die 50 Meilen nach Stintino gesegelt.
Durch die glasklar schimmernde Passage südlich von Asinara sind wir am folgenden Tag zur Westseite von Sardinien gelangt.



Nun liegen wir im Hafen von Alghero und bereiten uns auf die Überfahrt nach Menorca vor.